Medikamente gegen Erektionsstörungen wie Sildenafil (Viagra generika) und Tadalafil (Cialis generika) sind nicht nur bemerkenswert wirksam bei der Behandlung von erektiler Dysfunktion. Neue Forschungsergebnisse legen eine weitere Anwendung dieser Medikamente nahe: Sie können alleine oder in Kombination mit Finasterid oder Dutasterid zur Behandlung gutartiger Prostatavergrößerungen eingesetzt werden.
Die üblicherweise zur Behandlung dieses Leidens eingesetzten Medikamente (5-Alpha-Reduktase-Hemmer und Alphablocker) beeinträchtigen die Libido eines Mannes und seine Fähigkeit, eine Erektion aufrechtzuerhalten oder zu ejakulieren. Dem wirken Medikamente wie Cialis entgegen. Außerdem verschreiben manche Ärzte den Wirkstoff Tadalafil gegen Schwierigkeiten beim Wasserlassen, die mit einer vergrößerten Prostata einhergehen. Somit ist dieses Medikament von doppeltem Nutzen.
Bei der gutartigen Prostatavergrößerung (Prostatahyperplasie) handelt es sich um eine nicht krebsartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse. Diese Drüse dient unter anderem dazu, Bestandteile der Samenflüssigkeit zu produzieren. Eine erheblich vergrößerte Prostata kann eine Behinderung des Harnabflusses (Harnwegsobstruktion) verursachen.
Obwohl Prostatakrebs mit einer krankhaften Vergrößerung der Prostata einhergehen kann und viele Symptome mit denen einer gutartigen Vergrößerung übereinstimmen, ist die letztere kein Krebs. Sie ist eine häufige Erkrankung vieler Männer ab 50 Jahren und bringt kein zusätzliches Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, mit sich.
Die Erstbehandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung erfolgt in der Regel mit Medikamenten. Nur, wenn diese nicht wirken, kommt eine Operation in Betracht. Die dabei normalerweise verwendeten Medikamente sind Alphablocker und 5-Alpha-Reduktasehemmer.
Diese Medikamente wirken auf sehr unterschiedliche Weise: Alphablocker entspannen die glatte Muskulatur im Blasenhals und in der Prostata, um den Urinfluss zu verbessern und Harnverschlüsse zu lösen. Während Alphablocker in der Regel schnell wirken (normalerweise innerhalb von sieben Tagen), zielen 5-Alpha-Reduktasehemmer auf die hormonellen Grundlagen der gutartigen Prostatavergrößerung ab und verbessern nicht nur den Harnfluss, sondern können, wenn sie lange genug eingenommen werden, die Prostata etwas schrumpfen lassen und damit die Notwendigkeit einer Operation hinauszögern.
Viele Männer, die mit den erwähnten Medikamenten behandelt werden, beklagen sich aus verständlichen Gründen darüber, dass sie bei ihnen die Erektionsfähigkeit, die Libido und die Ejakulationsfähigkeit beeinträchtigen. Um etwas gegen diese Nebenwirkung zu tun, haben Urologen und Allgemeinmediziner begonnen, Tadalafil in den Medikamentenmix aufzunehmen. Außerdem erleichtert es das Wasserlassen.
Die Erfahrungen mit diesem Medikamentenmix waren laut einer kanadischen Studie aus dem Jahr 2016 ermutigend: Bei denjenigen, die Tadalafil zusammen mit dem 5-Alpha-Reduktasehemmer Finasterid einnahmen, wurden signifikante Verbesserungen des sexuellen Verlangens, der Orgasmusfunktion, der erektilen Funktion und der allgemeinen sexuellen Zufriedenheit beobachtet. Außerdem waren die unerwünschten Wirkungen gering. Die Ergebnisse wurden nach vier, 12 und 26 Wochen Therapie anhand eines Fragebogens, dem International Index of Erectile Function, gemessen.
Auffällig ist, dass die Forscher nur die gleichzeitige Verabreichung von Tadalafil mit einem 5-Alpha-Reduktase-Hemmer und nicht auch mit einem Alpha-Blocker untersuchten. Das war nicht möglich, weil die gleichzeitige Einnahme von Alphablockern und Tadalafil oder anderen PDE5-Hemmern in hohen Dosen als zu riskant gilt.
Wenn ein Mann unter sexuellen Schwierigkeiten leidet, die auf ein Medikament gegen eine gutartige Prostatavergrößerung wie Finasterid zurückzuführen sind, sollte er seinen Hausarzt oder Urologen fragen, ob es möglich wäre, ihm Tadalafil zu verschreiben.
Die zusätzliche Einnahme von Tadalafil ist sicher und gut verträglich und kann den Betroffenen bei ihrem Sexualleben und den Symptomen der gutartigen Prostatavergrößerung selbst helfen.
Wegen seiner hormonellen Wirkung wird Finasterid übrigens in niedrigerer Dosierung auch als Medikament gegen Haarausfall (mit dem Namen Propecia) vermarktet. Die Zielgruppe dafür ist normalerweise jünger als Männer mit Erektionsproblemen. Jedoch kann dieses Präparat die sexuelle Funktion beeinträchtigen. Männer, die Finasterid gegen Haarausfall einnehmen und Erektionsstörungen haben, können ebenfalls von der Verschreibung von Viagra oder Cialis profitieren.